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Akademie für Marketing-Kommunikation e. V.

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Verordnungen - Bevormundung oder Quittung für fehlende Vernunft?

Von den Vorschriftenmachern aus der EU-Zentrale in Brüssel kommt selten etwas Gutes. Zumindest kommt das bei Verbrauchern und Marketingverantwortlichen so an. Jetzt soll z.B. der Verkauf von Staubsaugern mit mehr als 1600 Watt Leistung per Richtlinie untersagt werden. Ungeheure Bevormundung? Oder die Quittung für fehlende Sensibilität seitens der Produktentwickler für ökologisch nachhaltige und im Energieverbrauch effizientere Produkte?

 

Mit Bevormundung und dem Eingriff in die freie Marktwirtschaft argumentieren viele, die die Freiheit der Unternehmen und folglich auch der Verbraucher bedroht sehen, wenn der Gesetzgeber Unternehmen per Verordnungen zwingt, sich um effizientere technische Geräte zu bemühen.  Und natürlich kann man immer damit argumentieren, dass es doch wirklich Wichtigeres auf der Welt gibt.

 

Wir müssen uns den Tatsachen stellen. Gehirnlosigkeit und fehlende Sensibilisierung für Umwelt und Resourcenschonung ist leider in vielen Bereichen zu beobachten. Wo stünden wir z.B. bei unseren geliebten Autos, wenn nicht der Gesetzgeber die Konzerne mit CO2-Limits unter Druck setzen würde? Würden sich Immobilien-Konzerne Gedanken über die Energie-Effizienz von Gebäuden machen ohne den Druck der Politik?

 

Ein schlagendes Beispiel gefällig? Ausgerechnet das 2009 erlassene Glühbirnen-Verbot beweist, dass Verbote den Fortschritt beschleunigen können. Lange bestand die einzige bezahlbare Alternative in Energiesparlampen, mit denen aber niemand wirklich zufrieden war und die zusätzlich mit dem Makel behaftet waren, dass sie häufiger ausgewechselt werden mußten. Aber das Verkaufsverbot der ineffizienten, aber lange alternativlosen Glühbirnen hat die technische Entwicklung im Leuchtmittelmarkt revolutionär beschleunigt. Bereits ca. fünf Jahre nachdem die Kommission zunächst 100-Watt-Birnen untersagte, sind Energiesparlampen nur noch eine von mehreren Alternativen. LED und OLED sind die neuen technischen Lösungen. Zusätzlich sinken die Preise aufgrund der Massentauglichkeit, die Lichtqualität verbessert sich ständig. Gleichzeitig verbrauchen diese Lampen nur einen Bruchteil der Energie von Glühbirnen und amortisieren sich nach wenigen Jahren.

Die Fachwelt ist sich einig: So schnell wäre es ohne das Glühlampenverbot nicht gegangen. Und die Lehre daraus: Die Unternehmen und eine Marktwirtschaft vertragen manche Verbote wunderbar und sie brauchen sie offenbar als Innovations-Stimulanz. Für jedes Unternehmen sollte es heute selbstverständlich sein, Energieeffizienz, Resourcenschonung und ökologische Nachhaltigkeit gegen die Größer-Schöner-Billiger-Einstellung zu tauschen. Das würde dann auch die Zahl der notwendigen Verordnungen und Verbote reduzieren.

22. September 2014 von Mike Barowski (Creative Consultant)

Veröffentlicht in: Innovation | Nachhaltigkeit | Verordnung | Wirtschaft